Back to Top
 
 
 

Eiszeit in Schelklingen

Ein dickes Kompliment an die Mitarbeiter der Firma Helmut Müllner GmbH, die den reichlich vorhandenen Schnee des Januar 2021 für dieses tolle Mammut verwendet haben!

Diese tolle Skulptur erinnert uns daran, dass diese gewaltigen Tiere bis vor etwa 12 000 Jahren durch das Aachtal zogen und unseren eiszeitlichen Vorfahren reichlich Fleisch und Materialien für's Überleben lieferten. In diese Zeit werden wir uns - sofern es die Pandemie-Lage erlaubt - bei der Exkursion "Eiszeitsafari" im April / Mai  zurückversetzen lassen.

Gedankt sei Vorstandsmitglied Emi Rade, die uns dieses Bild mit einer kleinen Mammut-Jägerin zur Verfügung stellte.

Siegfried Mall verstorben

Am 16.12.2020 verstarb in Ehingen Siegfried Mall im Alter von 77 Jahren. Er war einer der "geistigen Gründerväter" der Museumsgesellschaft Schelklingen e.V. . 1976 hatte er zusammen mit Reiner Blumentritt und etwa 40 weiteren Enthusiasten die Museumsgesellschaft Ehingen gegründet. Mit im Vorstand des neuen Vereins saß aus Schelklingen auch Winfried Hanold. Der junge Verein legte sich mächtig ins Zeug, so dass bereits 1985 im ehemaligen Heilig-Geist-Spital das Museum Ehingen eröffnet werden konnte.

Parallel dazu machte sich auch in Schelklingen ein zunehmendes Interesse an der Gründung eines Museums bemerkbar. Siegfried Mall hatte Anfang der 1980er Jahre die Idee, die Schelklinger Museumsbegeisterten als eigene Gruppierung in die Museumsgesellschaft Ehingen aufzunehmen. Nach dem Stadtjubiläum "750 Jahre Schelklingen" nahm die Idee Gestalt an. Zu ersten Vorbesprechungen in Schelklingen kamen jedoch so viele Interessenten, dass in einer Sitzung des Ehinger Vorstandes der Satz von Siegried Mall fiel "Ha, dann gründet doch en eigena Verein!", was dann am 21. Juni 1985 auch geschah. Im Herbst des Jahres wurden Reiner Blumentritt und Winfried Hanold von Siegfried Mall aus dem Vorstand der Ehinger Museumsgesellschaft verabschiedet.

Mit Siegfried Mall verliert die Museumsbewegung einen engagierten Vordenker der Museumsarbeit in ländlichen Gebieten. Er hatte erkannt, welches Potential an historischen Besonderheiten in vielen Gemeinden schlummerte. Dieses historische Gedächtnis einer ganzen Region zu erhalten und öffentlich bekannt zu machen, war sein Bestreben. Auf seine Initiative hin schlossen sich zahlreiche kleine Museen zum "Arbeitskreis der Heimatmuseen im Alb-Donau-Kreis" zusammen. Ziel war, die oft finanziell schlecht ausgestatteten kleinen Heimatmuseen, nur durch Privatinitiative betrieben, bekannter zu machen, kommunalpolitisch zu verankern und finanziell zu unterstützen. Sein persönliches Interesse galt vor allem der Literatur und der religiösen Kunst. Letztere rettete er mehrfach durch Ankäufe für das Museum Ehingen davor, der Öffentlichkeit entzogen in privaten Sammlungen zu verschwinden. 

Ein Großer der regionalen Museumsarbeit ist von uns gegangen. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren!

Frohe Weihnachten!

Liebe Mitglieder und Freunde der Museumsgesellschaft !

 

Ein schwieriges Vereinsjahr liegt hinter uns. Die Corona-Pandemie hat viele unserer Pläne zunichte gemacht. Umso erfreulicher ist, dass wir Anfang des Jahres die Abteilung „Museum und Geschichte“ ins Leben rufen und Ende Oktober doch noch unsere Jahres­hauptversammlung abhalten konnten. Somit hat unser Verein wieder eine Vorstandschaft, die nun voller Tatendrang ein Ende der Einschränkungen des Vereinslebens herbeisehnt. Ein herzlicher Dank an alle, die sich für die Vorstandsarbeit bereit erklärt haben!

Ebenso geht ein besonderes Dankeschön an alle Aktiven im Höhlendienst für ihre spontane Bereitschaft, im Spätsommer eine kurze Saison im Hohle Fels zu ermöglichen, und an alle anderen Vereinsmitglieder, die sich bei den wenigen Vereinsaktivitäten in diesem Jahr einbrachten!

St. Afra ziert in diesem Jahr unsere Weihnachtskarte. Nicht nur im Winter steht dieses bedeutende Bau- und Kunstdenkmal wenig beachtet, still und verträumt auf dem Friedhof. Es ist eine spannende Geschichte, warum gerade die Stadtheilige von Augsburg zur Patronin der ältesten Kirche unserer Stadt wurde. Die größte Bedeutung jedoch hat der Freskenzyklus im Chor der Kirche. Er ist einer der wenigen vollständig erhaltenen hochgotischen Freskenzyklen in Süddeutschland und er eröffnet interessante Einblicke in das Glaubensleben des Mittelalters.

Unsere Stadt weist noch viele historische Besonderheiten auf. Sie wollen wir künftig mehr in den Mittelpunkt unserer Vereinsarbeit stellen. Bitte bringen Sie sich in diese Arbeit ein! Wir freuen uns über jede Mithilfe!

 

 

Im Namen der neuen Vorstandschaft wünsche ich Ihnen und Ihren Angehörigen ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches Jahr 2021 !

 

 

Ihr Winfried Hanold

(Vorstand Geschäftbereich Vereinsziele)

Neuer Vorstand gewählt

Am Freitag, 23. Oktober 2020, fand die Jahreshauptversammlung 2020 statt. Trotz der widrigen Umstände auf Grund der Corona-Pandemie fanden 37 Besucherinnen und Besucher den Weg in die Stadthalle. Edgar Sobkowiak, bis zu diesem Tag der geschäftsführende Vorstand des Vereins, führte durch den Abend.

2019 hat der Verein vier Gründungsmitglieder verloren. Ihrer wurde gleich zu Beginn gedacht.

Nach dem Rechenschaftsbericht und der Entlastung von Vorstand und Kassier, wurden die neue Organisationsform des Vereins und die daran angepasste Satzung erörtert. Beides wurde von der Versammlung ohne Gegenstimmen und Enthaltungen gut geheißen. Nach dem Tod von Reiner Blumentritt und dem Rückzug von Edgar Sobkowiak aus dem Vorstand waren eine Reihe von Vorstandsposten neu zu besetzen. Alle Wahlvorschläge wurden in offener Abstimmung ohne Gegenstimmen und Enthaltungen betätigt.

Die neue Vorstandschaft der Museumsgesellschaft wird gebildet von (von links nach rechts):

Winfried Hanold (Vorstand "Vereinsziele")

Josef Widmann (Kassier)

Birgit Luppart (Vorstand "Hohle Fels Betrieb")

Joachim Lorenz (Vorstand "Hohle Fels Planung / Kontakt Stadtverwaltung")

Emi Rade (Vorstand "Mitglieder")

Philip Gassmann (Schriftführer)

Auf dem Bild fehlt Bürgermeister Ulrich Ruckh, der als Vertreter der Stadtverwaltung satzungsgemäß dem Vorstandsteam angehört.

Ebenfalls gewählt wurden die Beisitzer und Beisitzerinnen Dr. Siegfried Roth, Ursula Erdt, Rosemarie Schuh, Otto Schwabe und Rudolf Walter. Markus Boldt und Horst Link wurden als Kassenprüfer bestätigt.

In diesem Jahr konnten 10 Mitglieder für ihre 25jährige Mitgliedschaft im Verein geehrt werden. Vier von ihnen nahmen das Ehrenzeichen, den Wasservogel in Silber, persönlich entgegen. Anschließend wurden die ausscheidenden Vorstandsmitglieder verabschiedet. Dies sind Mario Bante, Iris Bohnacker, Amanda Busch, Erwin Haggenmüller, Thomas Kaut und Edgar Sobkowiak. 

Der geplante Vortrag mit Buchvorstellung durch Dr. Sibylle Wolf von der Universität Tübingen musste den Zeitumständen geschuldet entfallen. 

Ein Werkzeugkasten aus der Steinzeit

Am Montag, 20. Juli 2020, konnten Prof. Nicholas Conard und Dr. Sibylle Wolf im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren wieder einen weltweit einmaligen Fund aus dem Hohle Fels vorstellen. Dort hatten die Ausgräber 2019 drei Elfenbein-Meißel gefunden, so dicht beieinander, dass Prof. Conard bei der Vorstellung des "Fundes des Jahres" von einem "kleinen Werkzeugkasten" sprach.

Elfenbein-Meißel 1, 2 und 3

Bild: Maria Malina

Die drei Meißel sind zwischen 14 und 22 Zentimetern lang. Sie wurden aus besonders harten Teilen von Mammut-Stoßzähnen hergestellt. Elfenbein ist ein erstaunlich harter und vor allem zäher Werkstoff für die Bearbeitung anderer Materialien. Die bis zu vier Zentimeter breiten Meißel weisen ein flaches, Meißel artiges Ende auf, mit dem auch kleine Werkstücke gut zu bearbeiten waren. Das dickere Ende könnte als Hammer oder Stößel eingesetzt worden sein. Wozu die Werkzeuge genau benutzt wurden, sollen weitere Untersuchungen und Experimente zeigen.

​Meißel 2 und 3 in Fundlage

Bild: Maria Malina

Interessant ist, dass das mehr als 38 000 Jahre alte Werkzeug-Set in der untersten Grabungsschicht gefunden wurde, die dem modernen Menschen zugeordnet wird, unweit dem Fundort der "Venus". Es kann bis Januar im Urmu in Blaubeuren bestaunt werden.

Wieder einmal hat die Welterbe-Höhle Hohle Fels ihre Einzigartigkeit unter Beweis gestellt. An dieser Stelle muss an Reiner Blumentritt erinnert werden, ohne dessen unermüdlichen Einsatz für Höhle und Grabungen diese Funde noch lange, vielleicht für immer im Boden geblieben wären. Schelklingen kann zurecht stolz auf diese Fundstelle und ihre Aktiven sein. Die Museumsgesellschaft freut sich zusammen mit dem Urmu, dass unsere Region um eine weitere Attraktion reicher ist.

Prof. Conard und Grabungsleiterin Malina

Bild: Edgar Sobkowiak

Seite 1 von 2